Wer vorsorgt, gewinnt Warum es sich lohnt, frühzeitig an Vorsorge zu denken

Ehrlich gesagt gehörte Altersvorsorge nicht zu den Themen, mit denen ich mich als junger Mensch prioritär beschäftigen wollte. Dafür scheint die Pensionierung noch viel zu weit weg. Als ich direkt nach der Matura mit meinen Mitgründern die Agentur KaltesWasser aufgebaut habe, standen für uns andere Fragen im Vordergrund: Wie gewinnen wir Kunden? Wie entwickeln wir uns weiter? Und wie schaffen wir es, aus einer Idee ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen? Als dann aber die ersten Mitarbeitenden dazukamen, geriet das Thema Vorsorge auch in unseren Fokus und wir erkannten in guten Vorsorgelösungen Chancen für unsere Firma.

Heute produzieren wir mit KaltesWasser Social-Media-Inhalte für Unternehmen und Marken auf Plattformen wie TikTok und Instagram. Was als kleines Projekt begann, ist mittlerweile ein Unternehmen mit grossen Kunden und einem Team von neun Mitarbeitenden. Oft fühlt sich unser Weg wie ein Videogame an, in dem wir gemeinsam neue Levels freischalten. Und wie im Spiel freuen wir uns über jede Hürde, die wir gemeistert haben, und packen die nächsten Herausforderungen an. Mit jedem neuen Level wächst aber auch die Verantwortung.

Als Arbeitgeber möchten wir die besten Talente gewinnen und langfristig halten. Flexible Arbeitszeiten, Entwicklungsmöglichkeiten oder eine gute Unternehmenskultur gehören in unserer Agentur selbstverständlich dazu. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass auch die Vorsorge ein wichtiger Teil der Arbeitgeberattraktivität sein kann. Gerade die Schweiz bietet Unternehmen hier interessante Möglichkeiten, weil Arbeitgeber bei der Ausgestaltung der Vorsorge über das gesetzliche Minimum hinausgehen können. Das System setzt einen verlässlichen Rahmen, lässt Arbeitgebern aber gleichzeitig Spielraum, ihren Mitarbeitenden bessere Lösungen anzubieten als gesetzlich vorgeschrieben.

Die erste Säule, die AHV, funktioniert solidarisch: Arbeitgeber und Arbeitnehmende finanzieren gemeinsam die laufenden Renten. In der zweiten Säule, der Pensionskasse, sparen die Versicherten Kapital für ihre eigene Zukunft an. Genau dort haben Unternehmen die Möglichkeit, zusätzliche Akzente zu setzen. Wir planen deshalb, künftig 60 Prozent der Pensionskassenbeiträge für unsere Mitarbeitenden zu übernehmen. Zudem versichern wir bereits heute einen höheren Lohnanteil als vorgeschrieben. Das bedeutet: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben heute mehr Geld zur Verfügung und bauen gleichzeitig mehr Vorsorgekapital für später auf. Gerade für jüngere Mitarbeitende kann das einen spürbaren Unterschied machen.

Für uns ist die Investition in die Vorsorge nicht einfach ein zusätzlicher Benefit, sondern Ausdruck einer Haltung. Wir glauben an Eigenverantwortung, Optimismus und daran, Chancen zu packen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass Menschen dann ihr Bestes geben können, wenn sie Perspektiven haben. Wenn ein Team jeden Tag Vollgas gibt, sollte man als Arbeitgeber ebenfalls bereit sein, langfristig Verantwortung zu übernehmen.

Mir ist bewusst: Altersvorsorge kann für viele junge Menschen nicht besonders aufregend klingen. Wer jedoch früh versteht, wie das System funktioniert, kann bessere Entscheidungen treffen – für sich selbst, aber auch für andere. Und vielleicht ist genau das einer der spannendsten Aspekte am Unternehmertum: Dass man mit jeder neuen Entwicklungsstufe auch lernt, langfristiger zu denken. Denn am Ende geht es nicht nur darum, ein Unternehmen erfolgreich zu führen oder möglichst grosse Reichweiten auf Social Media zu erzielen. Es geht auch darum, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die diesen Weg jeden Tag mitgestalten.

Zur Person: Mario Schmid (23) ist Mitgründer der Zürcher Social-Media-Agentur KaltesWasser. Das Unternehmen produziert Inhalte für Plattformen wie TikTok und Instagram und arbeitet heute für zahlreiche Schweizer Unternehmen und Institutionen.

Diese Kolumne ist erstmals am 27.06.2026 in der Schweiz am Wochenende erschienen.